Geschichtsverein Nörten-Hardenberg
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Klosterkirche Marienstein

Die Geschichte der Klosterkirche Marienstein in Nörten-Hardenberg reicht über 1100 Jahre zurück. Sie ist heute die älteste Kirche des Ortes und ein bedeutendes Denkmal barocker Architektur über romanischen Fundamenten.

​Hier sind die wichtigsten Etappen ihrer Entwicklung:

​1. Ursprünge und Mittelalter (9. – 16. Jahrhundert)

  • Frühe Anfänge (890): Die erste urkundliche Erwähnung betrifft das Gut "Steina" (später Marienstein). Ein wohlhabender Mann namens Folchard schenkte das Land dem Kloster Corvey.
  • Klostergründung (1102): Der Mainzer Erzbischof Ruthard wandelte die bestehende Marienkapelle in ein Benediktinerkloster um.
  • Schutzherrschaft: Lange Zeit standen die Herren von Plesse als Schirmherren über dem Kloster, bis es im 15. Jahrhundert teilweise und später ganz unter den Schutz der Herren von Hardenberg kam.

​2. Zerstörung und Reformation

  • Konfessionswechsel (1620): Das Kloster wurde unter Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel lutherisch, nachdem nur noch fünf Mönche dort lebten.
  • Die Katastrophe (1626): Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das gesamte Klostergut ausgeraubt und niedergebrannt. Einzig die romanische Krypta aus dem Jahr 1250 (teilweise auf 1180 datiert) überstand das Feuer.
  • Übernahme durch die Klosterkammer (1650): Marienstein wurde Teil der Klosterkammer Hannover, die bis heute für den Erhalt der Gebäude zuständig ist.

​3. Der barocke Neubau (18. Jahrhundert)

​Die heutige Kirche, wie man sie heute oberhalb von Nörten-Hardenberg sieht, entstand im frühen 18. Jahrhundert:

  • Bauzeit: Der barocke Neubau wurde zwischen 1724 und 1733 auf den alten Grundmauern und über der erhaltenen Krypta errichtet. Die Kirchweihe fand 1725 statt.
  • Architektur: Die Kirche ist als schlichter, aber festlicher Barockbau gestaltet. Im Inneren dominieren Weiß- und Goldtöne.
  • Besonderheit – Die Gloger-Orgel: Die Orgel wurde um 1727 von Johann Heinrich Gloger begonnen und 1732 von seinem Sohn Johann Wilhelm fertiggestellt. Sie gilt als eines der wertvollsten Ausstattungsstücke.

​4. Heutige Nutzung

Tipp für Besucher: Die romanische Krypta im Untergeschoss ist einer der atmosphärischsten Orte der Region und lädt heute als Raum der Stille zu Gebet und Besinnung ein.

  • Gemeindekirche: Die Klosterkirche wird heute von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Nörten-Parensen-Lütgenrode genutzt (hauptsächlich von April bis Oktober).
  • Forschung & Landwirtschaft: Das umliegende ehemalige Klostergut dient heute der Universität Göttingen als Versuchsgut für Agrarökonomie und Agrartechnik.
  • Jubiläum: Im Jahr 2025 feiert die Kirche ihr 300-jähriges Bestehen seit der Weihe des Barockbaus.

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