Die evangelische Geschichte in Nörten-Hardenberg ist eng mit der Familie von Hardenberg und der Besonderheit verwoben, dass der Ort über Jahrhunderte ein katholisches Zentrum (das Petersstift) in einer ansonsten protestantisch geprägten Region war.
Hier sind die wichtigsten Stationen der evangelischen Kirchengeschichte vor Ort:
Während Nörten selbst als Archidiakonat des Erzbistums Mainz lange katholisch blieb, spielten die Herren von Hardenberg die zentrale Rolle bei der Einführung des lutherischen Glaubens in der Umgebung:
Übertritt zum Luthertum: Die Familie von Hardenberg trat im 16. Jahrhundert zum lutherischen Bekenntnis über (belegt etwa für Bishausen und Elvese um 1540–1580).
Religiöse Spannungen: Da die Pfarrkirche St. Martin und das Petersstift weiterhin katholisch waren, kam es oft zu Konflikten. Evangelische Bewohner mussten für Amtshandlungen teilweise in Nachbardörfer (wie Bühle) ausweichen oder nutzten Kapellen, die rechtlich noch dem katholischen Stift gehörten.
Lange Zeit besaßen die evangelischen Christen im Kernort Nörten kein eigenes repräsentatives Gotteshaus. Das änderte sich erst um die Jahrhundertwende:
Bau: Die heutige Christus-Kirche an der Göttinger Straße wurde zwischen 1902 und 1904 errichtet.
Architektur: Sie ist im neugotischen Stil erbaut und bildet heute das Zentrum der Emmaus-Kirchengemeinde Nörten.
Kloster Marienstein: Ursprünglich ein katholisches Kloster, wurde es nach der Reformation evangelisch. Die heutige Barockkirche in Marienstein stammt aus dem 18. Jahrhundert und gehört ebenfalls zur Emmaus-Gemeinde.
Angerstein: Eine Besonderheit ist der Ortsteil Angerstein. Während die meisten Gemeinden lutherisch sind, ist die dortige Gemeinde evangelisch-reformiert. Sie gehört zu den sogenannten "Plesse-Gemeinden".
Heute sind die evangelischen Christen in Nörten-Hardenberg in der Emmaus-Kirchengemeinde organisiert. Diese gehört zum Kirchenkreis Göttingen-Münden. Die Gemeinde umfasst:
Die Christus-Kirche (Nörten).
Die Klosterkirche Marienstein.
Kirchen in weiteren Ortsteilen wie Bishausen, Elvese, Lütgenrode und Parensen.