Die Geschichte der Klosterkirche Marienstein in Nörten-Hardenberg reicht über 1100 Jahre zurück. Sie ist heute die älteste Kirche des Ortes und ein bedeutendes Denkmal barocker Architektur über romanischen Fundamenten.
Hier sind die wichtigsten Etappen ihrer Entwicklung:
Die heutige Kirche, wie man sie heute oberhalb von Nörten-Hardenberg sieht, entstand im frühen 18. Jahrhundert:
Tipp für Besucher: Die romanische Krypta im Untergeschoss ist einer der atmosphärischsten Orte der Region und lädt heute als Raum der Stille zu Gebet und Besinnung ein.
2.1.3 Das Klostergut Marienstein
Die älteste schriftliche Erwähnung Mariensteins stammt aus dem Jahr 890.16 Folchard, ein wohlhabender Mann, war Besitzer dieses Guts, das damals noch den Namen Steinheim oder Steina trug.16 Er schenkte dieses dreißig Morgen große Land samt einer Familie Leibeigener dem Kloster Corvey, um für seinen Sohn, der dort als Mönch tätig war, Seelenheil zu erwirken.16
Das Kloster Corvey ließ sechzig Jahre später zu Ehren der heiligen Jungfrau Maria eine Kapelle bauen, die Marienstein genannt wurde.16 Später wurde dann ganz Steina in Marienstein umbenannt.
Da Marienstein für Corvey zu abgelegen war, wurde es bald an den Erzbischof von Mainz übergeben.16 1055 schenkte er Marienstein dem neugegründeten Petersstift.16
Als sich Ruthard um 1100 auf der Burg Hardenberg aufhielt, entschloss er sich dazu, in der Nähe ein Kloster anzulegen. Ihm gefiel die Kapelle Marienstein, sodass er 1102 die Verbindung der Kapelle samt dem umliegenden Land zum Petersstift auflöste.16 Anschließend übergab er das Aufsichtsrecht über das Gut den Benediktinern und beauftragte sie, ein Kloster anzubauen.
In den folgenden Jahren wuchsen die Fläche des Guts und der Besitz des Klosters an. Um das Klostergut zu verteidigen, wurden die Herren von Plesse als Schirmherren des Klosters ausgewählt.16
Sie blieben es bis 1394. In diesem Jahr liehen sie sich Geld von der Familie von Hardenberg und verpfändeten dafür unter anderem auch ein Drittel des Klosters.16 Als die Besitzer ihre Schulden nicht zurückzahlen konnten, teilten sich 1409 Dietrich und Hildebrand von Hardenberg dieses Pfandobjekt. Von dieser Zeit an war das Klostergut also schon teilweise im Besitz der Herren von Hardenberg.16
Als 1571 das Adelsgeschlecht derer von Plesse ausstarb, stellte der Erzbischof von Mainz Marienstein komplett unter den Schutz des Hardenberg’schen Adelsgeschlechts.16
Als 1620 nur noch fünf Mönche in dem Kloster aktiv waren, kam es in den Besitz des Herzogs von Braunschweig und wurde lutherisch. Allerdings stritt sich dieser bis 1692 mit dem Erzbischof von Mainz um den Besitz des Klosterguts.16
Im Jahr 1626 wurde das Klostergut komplett ausgeraubt und alle Gebäude niedergebrannt.16 Einzig die 1250 gegründete Krypta blieb bestehen.17 Dreizehn Jahre später wurde die Kirche notdürftig wieder aufgebaut.
1650 wurde Marienstein zusammen mit allen ehemaligen Klöstern des Herzogtums Braunschweig in der heute noch bestehenden Klosterkammer Hannover vereinigt.16, 17
Seit dem Ende des sechzehnten Jahrhunderts bauten sich um das Kloster herum immer mehr freie Arbeiter an.16 Das Dorf Marienstein (siehe Anhang, Seite 22 Abb.10) entstand.
Zunächst gingen die Kinder in der nahe gelegenen Ortschaft Parensen zur Schule, doch bereits 1700 hatte das Dorf einen eigenen Lehrer, der die Kinder in seinem Haus unterrichtete.16 Um 1800 kaufte die Klosterkammer dem damaligen Lehrer sein Haus ab und richtete es als Gemeindeschulhaus ein.16
Am 28. September 1872 brach ein Großfeuer aus und vernichtete neben dem Schulhaus 11 Wohnhäuser. 17 Familien wurden obdachlos. Die Schule wurde 1874 durch die Klosterkammer neugebaut.18
Die jetzige Kirche (siehe Anhang, Seite 23 Abb. 11, 12) wurde 1724 gebaut und ist somit die älteste in Nörten-Hardenberg.16
Die 1854 gebaute Eisenbahnstrecke geht durch den ehemaligen Klostergarten Mariensteins. Sie verhinderte zusammen mit dem nahe gelegenen Nörten sowie den großen Straßen, die schon damals ähnlich verliefen wie heute die B3, eine weitere Ausdehnung des Dorfs.16
1924 gehörten 654 Morgen Land zur Landgemeinde Marienstein. Die etwa 250 Einwohner arbeiteten vor allem auf dem Klostergut, in der Zuckerfabrik und in den nahe gelegenen Kalibergwerken.16