Geschichtsverein Nörten-Hardenberg
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Realgemeinde -was ist das ?


Wer als Zuschauer den Festumzug des diesjährigen Junggesellen-Schüttenhoffs verfolgt hat und wer in der Festschrift des Traditionsgeschehens 2018 die Liste
der Mitglieder des Vorstandes und des Chargierten-Corps studierte fand jeweils den Begriff „ Realgemeinde“ . Es gab jeweils neben dem Fahnenleutnant der „ Politischen Gemeinde“ auch den Fahnenleutnant der „Realgemeinde“, sowie den des Schüttenhoffs und der Bürgerschützen. ( männlich oder weiblich) . Nörten-Hardenberger Neubürger und Jungen und Mädchen im Jugendalter fragten
hier und da : Was bedeutet das „REALGEMEINDE“. Worin unterscheiden die sich von der „politischen Gemeinde“ ?
Bei den Repräsentanten der Gemeinde, des Schüttenhoffs und der Bürgerschützen konnte man sich die Frage selbst beantworten. Aber: „Realgemeinde“ ?
Im Internet findet man zu diesem Link, die Information, dass es auch in unserer näheren Umgebung zum Beispiel in Angerstein, Bovenden. Sudershausen, Weende,
Rosdorf auch Realgemeinden gibt. Im März 2018 fand sich aktuell der Begriff „ Realgemeinde Nörten „ schon
einmal im Tagesgespräch. Mit dem Ehepaar Bansen wurde nach einer Renovierung des historischen Ratskellers am Marktplatz in Nörten die Gaststätte wieder eröffnet.
Dabei erfuhr man, dass der „Ratskeller“ Eigentum der Realgemeinde Nörten ist, seit den Anfängen des Ortes. Seit Jahrhunderten – früher auch Rathaus und
Gaststätte , heute noch Hotel und Restaurant.
Wenn man sich im Kreis von „alteingesessenen Nörtenern“ nach dem Begriff „Realgemeinde“ erkundigt, erfährt man Interessantes aus der Geschichte des gesamten Ortes.
So erfuhr man: Ein wichtiger
Einschnitt in der Geschichte der Realgemeinde war das Jahr 19oo. Bis dahin war Nörten ein Ort für sich . Im Jahre 1928 wurde der Flecken um den Ort und das Klostergut „Marienstein “ und im Jahr 1929/30 um den " Gutsbezirk
Hardenberg " zu Nörten-Hardenberg erweitert. Seitdem heißt der Ort Nörten-Hardenberg.
Bis zu diesem Jahr waren alle Nörtener Bürgerinnen und Bürger , die in Nörten lebten , ( also nicht nur ein Haus hatten ) die Realgemeinde – nach heutigem
Verständnis eine „Genossenschaft „.
Alles gehörte allen , wenn es nicht Eigentum des Peterstiftes und des benachbarten
Grafen von Hardenberg war. Es war die „Allmende“. Der gesamte Ort, ( der heutige Ortskern), das Altdorf, Dazu gehörten u.a. : auch der Anger, der
(Nörtener )Wald, das Umland vor dem Flecken ( Dorf mit Stadtrechten) auch Weiden, Felder, Ödland und die Wasserläufe. Heute sind aus der damaligen Zeit insgesamt 114,5 Anteile der Mitglieder
geblieben, die die Realgemeinde Nörten bilden. Diese Zahl wird seitdem konstant gehalten.
In den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten hat sich vieles für die Realgemeinde und deren „Umfeld“ geändert. Wer Näheres aus der Geschichte der Realgemeinde
Nörten ( so auch über den Nörtener Schüttenhoff“ ) erfahren möchte, findet in zahlreichen Dokumentationen, Fakten, und Histörchen. Alle Informationen fndet man im 314 Seiten umfassenden Buch „Beiträge zur Geschichte von Nörten-Hardenberg“ von Rudolf Wenig
Darin erfährt man detailliert Näheres zu den Begriffen : Gerechtsame, Förderzins, Zehnt-Scheune, Reiherecht, Reiheberechtigte, Schützenhof, Gemeindewiese,
Nutzungsrecht und, und , und …...

Fragen Sie bitte danach vor einer der Öffnungszeiten des Heimathauses ( Lange Str. 38) immer am ersten Sonntag im Monat um 15 bis 17 Uhr , wenn Sie die
Ausstellungen besuchen möchten. Dann wird es auf jeden Fall dort vorrätig gehalten und Sie könnten dort einmal in den Text hineinschauen.
Übrigens:
Für Schüttenhoff - Interessierte findet man dort auch auf den Seiten 214 bis 221 Näheres mit Berichten und Fotos zu vergangenem Schüttenhoff-Geschehen -
beginnend mit dem Fest 1642/43.
Rudolf Roth

 

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37176 Nörten-Hardenberg
 

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